Ortsverband Kammern im Liesingtal
Kontakt:
Gerhard Kassegger E-Mail: gerhard-kasimir-kassegger@gmx.at Tel.: 069981691211
Alois Gamsjäger E-Mail: alois.gamsjaeger@gmx.at Tel.: 06504906099
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Obmänner:
1920 - 1922 Sebastian Zechner
1922 - 1925 Josef Riedler
1925 - 1945 Johann Werl
1950 - 1965 Wilhelm Werner
1965 - 1969 Albert Spielberger
1969 - 1986 Johann Wesiak
1986 - 1995 Johann Lanzmaier
1995 - 1999 Ferdinand Mostegl
1999 - 2004 Josef Käfer
2004 - 2011 Alois Gamsjäger
2011 - 2012 Dr. Helmut Rolke
2012 - 2015 Gottfried Gostenttschnigg
seit 2015 Gerhard Kassegger
19. Juni 1927: Weihe der Vereinsfahne (in Bildmitte: Obmann Johann Werl, Fahnenpatin Magdalena Marchler, Fahnenmutter Apollonia Mötschelmaier, Bürgermeister Anton Zötsch)
1. Gründung - 1920
Der ÖKB, Ortsverband Kammern, blickt auf eine etwa 90 jährige Geschichte zurück.
Die erste Gründung erfolgte im Jahre 1920 als Ortsgruppe des "Alpenländischen Kriegs-teilnehmerverbandes". Dieser bestand neben dem "Kameradschafts Landesverband". An der ersten Generalversammlung nahmen ca. 30 Kameraden teil, die Sebastian Zechner aus Glarsdorf zum Obmann wählten.
Diesem ersten Verein war leider kein allzu langer Bestand beschieden. Bereits 1922 erfolgte die Auflösung wegen "interner Meinungsverschiedenheiten", wie es in einer alten Aufzeichnung heißt.
Kriegerdenkmal in der Kirche
Aus dieser Zeit (Weihe am 4. Juli 1920) stammt das Kriegerdenkmal in der Pfarrkirche. Es war das erste Denkmal in den Pfarren des Stiftes Admont und stellt mit seinem Standort in der Kirche bis heute eine Besonderheit dar.
Hauptinitiator war der damalige Pfarrer P. Balduin Hartmannsdorfer, den Entwurf lieferte P. Cornelius Kössler, der bis 1918 als Pfarrer in Kammern gewirkt hatte und bei seinem Abschied im Jahre 1918 zum Ehrenbürger ernannt worden war. Die Arbeiten wurden vom Admonter Stiftsbildhauer Stöger durchgeführt, und die Kosten für das Denkmal beliefen sich auf 18.000 Kronen. Es wurde am 4. Juli 1920 eingeweiht.
Ob das Denkmal oder der erste Kameradschaftsverein älter ist, oder ob Verbindungen zwischen der Gründung und dem Bau bestehen, lässt sich leider mangels schriftlicher Hinweise nicht feststellen, auch gibt es dafür heute keine Zeitzeugen mehr.
2. Gründung - 1922
Nur wenige Monate nach Auflösung des ersten Vereines gelang die Neugründung. Im Mai 1922 wurde in "Zöhrers Gasthaus" (später Maier, heute Purgar) die Gründungsversammlung durchgeführt. Der neue Verein nannte sich "Heimkehrerbund Kammern" und wurde von folgenden Funktionären geleitet:
Obmann: Josef Riedler
Obmannstv.: Johann Werl
Schriftführer: Jakob Maier
Kassier: Michael Telsnig
Als Landesdachorganisation gehörte der örtliche Verein dem "Kameradschafts Landesverband" an.
Die Aufgaben und Zielsetzungen des Vereines waren die gleichen wie heute. So gehörte auch die Verabschiedung verstorbener Kameraden zu den traurigen Abschnitten im Vereinsleben. Der erste Kamerad, dem mit dem Geleit zum Grabe die letzte Ehre erwiesen wurde, war Richard Puchwein aus Kammern.
Bis zum Jahre 1925 wuchs der Mitgliederstand auf 110 Mann an. Obmann Josef Riedler musste in diesem Jahr aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zurücklegen. Ihm folgte der bisherige Stellvertreter Johann Werl.
1926 gab es abermals einen Dachverbandswechsel, es kam zum Übertritt der Vereines vom "Kameradschafts Landesverband" zurück zum "Alpenländischen Kriegsteilnehmerverband 1914 - 1918", dem bereits der erste Verein angehört hatte.
Am 19. Juni 1927 fand die Weihe der ersten Vereinsfahne statt: Fahnenpatin war Frau Apollonia Mötschelmaier aus Dirnsdorf und Fahnenmutter Frau Magdalena Marchler aus Kammern.
Politische
Wechseljahre
Der März 1934 brachte als Folge des Bürgerkrieges die Auflösung des "Alpenländischen Kriegsteilnehmerverbandes 1914-1918", weil er sich nicht der "Vaterländischen Front" anschloss. Auch die Ortsgruppe Kammern wurde aufgelöst. Am 30. August wurden die aufgelösten Vereine, genau genommen deren Mitglieder in den "Landeskameradschafts- und Kriegerverein Steiermark" aufgenommen.
Bereits vier Jahre später erfolgte erneut ein Wechsel. Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich wurde der bestehende Verband aufgelöst, in eine Kriegskameradschaft umgewandelt und dem NS Reichskriegerbund unterstellt.
2. Weltkrieg
Die Zeit des 2. Weltkrieges beeinflusste natürlich auch die Vereinstätigkeit. Die innere Organisation wurde straffer geführt, militärische Hilfeleistungen mussten durchgeführt werden. Vor allem spielte die "Disziplin" eine verstärkte Rolle. So wurde allen Ernstes erwogen, bei Nichterscheinen bei Sitzungen Strafgelder einzuführen. Es fanden nämlich monatlich sogenannte "Appelle" statt. Dabei handelte es sich genau genommen um Sitzungen. Es war auch geplant, Uniformen anzuschaffen, um ein einheitliches Auftreten zu gewährleisten.
Regelmäßige Spendenaktionen standen an der Tagesordnung, so fanden sich überhaupt viele soziale Tätigkeiten im Aufgabenbereich der Kameraden. Man unterstützte ältere Kameraden durch finanzielle Zuwendungen (10 RM für über 70jährige). Zu den Soldaten an der Front hielt man durch die Feldpost Kontakt. Regelmäßig wurden die eingerückten Kameraden angeschrieben. Zahlreiche Antwortbriefe dieser Aktion sind noch vorhanden, darunter auch Briefe von Soldaten, die nicht mehr heimkehrten.
Dass die vielen Wechsel der Trägerorganisationen den örtlichen Verein recht wenig berührten, zeigt am deutlichsten die Tatsache, dass der Verein durchgehend von den selben Funktionären geführt wurde. Johann Werl war bis zur Vereinsauflösung nach dem Kriege der Obmann. Ein wesentlicher Grund dafür ist sicher die Tatsache, dass man in den Kameradschaftsvereinen, trotz der Nähe zum politischen Tagesgeschehen, was sich in Diktaturzeiten gar nicht vermeiden lässt, auf Offenheit nach allen Seiten großen Wert legte und legt.
Kriegerdenkmal oberhalb des Kalvarienberges
Während des Zweiten Weltkrieges errichtete man oberhalb des Kalvarienberges ein Denkmal für die Gefallenen und Vermissten. Jene des ersten Weltkriegs wurden in einer Steintafel verewigt, für die Toten des Zweiten Weltkrieges errichtete man Kreuze, für jeden ein eigenes.
Auflösung und Neugründung
Da der Kameradschaftsverein während der NS-Zeit Teil der NSDAP war, erfolgte 1945 seine Auflösung und die Beschlagnahme seines Vermögens. Für einige Jahre ruhte offiziell die gesamte Vereinstätigkeit.
Auf Landesebene fand sich 1948 wieder eine Dachorganisation, der "Unterstützungs- und Wohltätigkeitsverein für Steiermark" wurde ins Leben gerufen. Auch bei uns in Kammern begann sich die Vereinstätigkeit wieder zu regen. Nach dem Tode des langjährigen Obmannes Johann Werl im Jahre 1946 übernahm Wilhelm Werner die Leitung der Tätigkeiten der Kameraden. Er war es auch, der 1950 bei der Gründungsversammlung der Ortsgruppe des "Unterstützungs- und Wohltätigkeitsvereines" zum Obmann gewählt wurde.
In den Nachkriegsjahren war die Betreuung der Heimkehrer sowie die Unterstützung von Kameraden bei Behördengängen eine vordringliche Aufgabe. Bei der Normalisierung des täglichen Lebens konnten wertvolle Beiträge geleistet werden.
1953 war das Jahr, das dem Verein den endgültigen Namen brachte. Nachdem auf Landesebene schon früher aus dem "Wohltätigkeits- und Unterstützungsverein" der "Österreichische Kameradschaftsbund" geworden war, erfolgte am 31. August 1953 die örtliche Umbenennung.
Bau des Denkmalsam Kalvarienberg
Nun ging man daran, eine neue Gedenkstätte für die Gefallenen zu errichten. Die Kreuze des im Kriege geschaffenen Denkmales verfielen bereits, außerdem war sein Standort doch sehr entlegen.
Im Jahre 1955 war es dann soweit, das Denkmal am Kalvarienberg, wurde fertiggestellt. Die Pläne dazu stammten vom Grazer Architekten Kurt Weber. Die Arbeiten hatten sich über mehrere Jahre erstreckt und waren von großem Kameradschafts- und Aufbaugeist getragen.
Vergleicht man die Kosten der Errichtung des Denkmals im Jahre 1955 mit denen der Renovierung von 1998, so ergibt sich für die Erneuerung der fünffache Betrag. Das führt uns vor Augen, wie sehr sich der Zeitwert des Geldes verändert hat.
Damals wie heute war es nur mit vielen Eigenleistungen der Kameraden möglich, dieses Vorhaben zu verwirklichen. Die feierliche Einweihung fand am 19. Juli 1955 statt.
Aber nicht nur dieses Denkmal wurde geschaffen. Pfarrer P. Emmeran Tiefenböck veranlasste in diesem Jahr auch die Erweiterung des Kriegerdenkmals in der Kirche. Der Osttiroler Bildhauer Gottfried Fuetsch, der 1951 die Weihnachtkrippe von Kammern geschnitzt hatte, schuf dafür die Statue des Erzengels Michael. Im Sockel wurden die Namen der Gefallenen des 2. Weltkrieges angebracht. Am Vorabend der Weihe des Denkmals am Kalvarienberg wurde jenes in der Kirche geweiht.
Bau desHeimatsaales
Im Jahre 1965 legte Wilhelm Werner das Amt des Obmannes zurück und Albert Spielberger wurde sein Nachfolger.
Diese Zeit war gemeindepolitisch besonders schwierig, da es in diesen Jahren den Streit wegen des Schulbaues gegeben hatte, in dessen Folge die Parteienlandschaft in der Gemeindestube tiefgreifende Änderungen erfuhr, und der auch in den Vereinen seine Spuren hinterließ. Trotzdem schlossen sich damals die örtlichen Vereine zur Vereinsgemeinschaft zusammen und gingen gemeinsam daran, einen Veranstaltungssaal zu bauen. Auch der Kameradschaftsbund leistete einen wesentlichen Beitrag, ganz besonders Obmann Spielberger, der führend bei der Planung und dem Bau des Saales mitwirkte. Mit dem Heimatsaal erhielten die Vereine und die Gemeinde einen Veranstaltungsraum, der es ermöglichte, vielfältige Veranstaltungen durchzuführen. Besonders die Ballsaison zieht auch heute noch viele Besucher aus den Nachbargemeinden zu den Bällen nach Kammern. Der Ball des Kameradschaftsbundes war viele Jahre ein Fixpunkt in diesem Reigen.
Kurz vor der Einweihung des Heimatsaales in Herbst 1969 verunglückte Obmann Albert Spielberger tödlich. Sein Nachfolger Nachfolger wurde Johann Wesiak.
Im Jahre 1975 feierte der Ortsverband Kammern das Fest seines 50 jährigen Bestehens.
Das Denkmal in der Kirche übersiedelt
Im Zuge der Kirchenrenovierung gegen Ende der Siebzigerjahre musste das Kriegerdenkmal in der Kirche von seinem angestammten Platze weichen. Hinter dem Denkmal war ein früherer Altar, der Benediktusaltar, entdeckt worden, der restauriert werden sollte. Nach einigen Debatten einigte man sich, dieses Denkmal im Turmvorraum der Kirche anzubringen. Die Arbeiten wurden hauptsächlich von den Kameraden selbst durchgeführt.
Die Restaurierung der Turmuhr im Zuge der Kirchenrestaurierung geht auch auf die Initiative einiger Kameraden zurück, die für deren Finanzierung auch eine Veranstaltung organisierten.
Mahnmal am Gemeindevorplatz
1985 legte Obmann Johann Wesiak aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zurück, sein Nachfolger wurde Johann Lanzmaier.
Gegen Ende der Achtzigerjahre wurde von der Gemeinde ein neues Amtshaus gebaut. Am Gemeindevorplatz initiierte der ÖKB die Errichtung eines Mahnmals, vor dem nun bei Begräbnissen von Kameraden Aufstellung genommen wird. Im Zuge der 900 Jahr Feier der Gemeinde Kammern wurde es 1988 unter Teilnahme vieler Kameradschaftsverbände feierlich eingeweiht.
Obmann Johann Lanzmaier legte gesundheitsbedingt 1995 sein Amt zurück und Ferdinand Mostegl wurde zu seinem Nachfolger bestellt.
Denkmalrenovierung
In den neunziger Jahren wurden die Stimmen immer lauter geworden, das Kriegerdenkmal am Kalvarienberg nicht zu vernachlässigen. Vielen Kameraden war die Renovierung dieses Denkmals ein großes Anliegen.
So machte sich eine eifrige Schar von Kameraden an die Arbeit. In mehr als 1.000 freiwilligen Arbeitsstunden wurde so viel wie möglich in Eigenleistung erledigt, viele Betriebe kamen durch kostenlose oder äußerst günstige Lieferungen ebenfalls zu Hilfe. Spenden von öffentlichen Stellen, von Betrieben und eine Sammlung bei der Bevölkerung der Gemeinde schufen die finanzielle Basis. So gelang es, dem Denkmal wieder ein schönes und würdiges Aussehen zu geben.
Die Namen der in den beiden Kriegen gefallenen und vermissten Soldaten, die im Putz des Denkmals als Sgrafitto angebracht waren, hatten im Laufe der Zeit Schaden genommen, auch hatte es sich gezeigt, dass die Liste nicht vollständig war. So wurde der Entschluss gefasst, eine neue Tafel mit den Namen von einem Steinmetz herstellen zu lassen.
Das Kriegerdenkmal am Kalvarienberg strahlt nun wieder in neuem Glanz und die dauerhaft in Stein eingemeißelten Namen erinnern an die in den beiden Kriegen für die Heimat gefallenen Soldaten.
KameradschaftlicheAufgaben
Eine wichtige Aufgabe innerhalb des Vereines ist die Kameradschaftspflege. Da nun Gott sei Dank Aufgaben, die sich in den Nachkriegsjahren stellten, nicht mehr notwendig sind, kommt die Geselligkeit nicht zu kurz. Sportliche Aktivitäten, die sowohl von den älteren wie auch von den jüngeren Kameraden gemeinsam ausgeübt werden können, bereichern die Vereinstätigkeit. Ob beim Kegeln, Eisschießen oder Scharfschießen, der Ortsverband Kammern kann laufend sportliche Erfolge aufweisen. Auch als Organisator von bezirksweiten Veranstaltungen tritt der Ortsverband oft auf.
Das zeigt, dass die Kameraden im Herzen jung geblieben sind.
Anlässlich der Feier zum 50jährigen Bestand des Ortsverbandes Kammern verfasste Karl Kaml, der vielen sicher noch in Erinnerung ist, folgendes Gedicht, das Abschluss dieses Rückblickes sein soll:
Die Fahne
Ich bin die Fahne,
die Fahne seid ihr.
Ich bin die Treue,
bleibt treu zu mir.
Ich bin das Leben
von einst und jetzt
und will bei euch sein
bis ganz zuletzt.
Ich künde die Tugend,
der Heimat zur Ehr,
den Alten, der Jugend
drum zeigt mich her.
Lasst mich flattern im Wind
im Schritt und Klang,
beim frohen Fest,
beim letzten Gang.
Senkt mich in Trauer,
zum letzten Gruß,
wenn ein Getreuer
einst scheiden muss.